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Veröffentlichung des Weizenbaum-Instituts: Nachhaltige Softwareentwicklung im Fokus

ECO:DIGIT trägt zur Veröffentlichung "Uncertain Journeys into Digital Futures" bei. Im Kapitel "Green Coding – Bridging the Gap from Theory to Practice" wird die Bedeutung der Integration von Nachhaltigkeit in die Softwaregestaltung betont.

Die Publikation des Weizenbaum-Instituts mit dem Titel "Untertain Journeys into Digital Futures – Inter- and Transdisciplinary Research for Mitigating Wicked Societal and Environmental Problems" ist kürzlich im Nomos Verlag erschienen. Diese interdisziplinäre Sammlung widmet sich dringenden gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung und präsentiert Lösungsansätze aus einer Vielzahl von Forschungsdisziplinen.

Das Projekt ECO:DIGIT freut sich, einen Beitrag zu dieser Veröffentlichung geleistet zu haben: In dem Kapitel "Green Coding – Bridging the Gap from Theory to Practice", das in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Grischa Beier (RIFS) und Prof. Dr. Verena Majuntke (HTW) erschienen ist, liegt der Fokus auf der nachhaltigen Softwareentwicklung. Es wird der Einfluss von Software auf den Energie- und Ressourcenverbrauch von Hardware beleuchtet. Dabei wird die wachsende ökologische Belastung durch digitale Technologien aufgezeigt: So verbrauchten Rechenzentren im Jahr 2022 bereits etwa 1,0 bis 1,5 % des weltweiten Stroms, und die Emissionen der Informations- und Kommunikationstechnologien werden auf rund 1,5 bis 4 % der globalen Treibhausgasemissionen geschätzt.

Doch trotz eines zunehmenden Bewusstseins für nachhaltige IT-Praktiken, wird nachhaltige Softwareentwicklung häufig wenig berücksichtigt. Hinzu kommt, dass Effizienzgewinne durch neue Technologien oft dazu verwendet werden, größere Datenmengen zu übertragen, anstatt bestehende Datenübertragungen ressourcenschonender zu gestalten – ein Phänomen, das als „Jevons-Paradox“ bezeichnet wird. 

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, identifizieren die Autor*innen mehrere wesentliche Handlungsfelder:

  • Die Entwicklung standardisierter Messmethoden für den Energieverbrauch von Software
  • Die Förderung nachhaltiger Entwicklungen durch Open-Source-Initiativen
  • Die Integration von Nachhaltigkeitszielen in Unternehmensstrategien
  • Die Schaffung politischer Rahmenbedingungen zur Regulierung und Förderung nachhaltiger Softwareentwicklung

Die Autor*innen appellieren nachdrücklich an eine stärkere Berücksichtigung von Nachhaltigkeit im Softwareentwicklungsprozess. Denn: "Alle Hardware und Software sind mit unvermeidlichen Ressourcenanforderungen verbunden, und solange sie mit einem ökologischen Fußabdruck behaftet sind, muss ihre Nutzung sorgfältig bedacht werden." (Zitat aus der Publikation, eigene Übersetzung). Eine bewusste Gestaltung von Software kann maßgeblich dazu beitragen, den ökologischen Fußabdruck digitaler Technologien zu verringern und eine ressourcenschonende digitale Zukunft zu gestalten.

 

Link zur Publikation: https://www.nomos-elibrary.de/de/10.5771/9783748947585/uncertain-journeys-into-digital-futures

 

 

Publikations-Cover